INSIDE INTERVIEW

Redaktion: CECILIA  LEITINGER

MARINA HOERMANSEDER

Die international erfolgreiche Fashion- Designerin war als Jury-Mitglied des Fashion Festivals im Donau Zentrum – wir haben sie zum Interview getroffen.

Zu Gast im Donau Zentrum: Wie ist dein Eindruck?

Ich bin ja heute in der Jury des Fashion Festivals und muss sagen, der Aufbau hier macht echt was her, ich bin wirklich begeistert und freu mich schon auf die Kandidaten, unglaublich, wie viel hier los ist.


Worauf dürfen sich deine Fans in deiner neuen Kol- lektion freuen?

Die aktuelle Kollektion ist tatsächlich noch einmal an- ders als die anderen. Es wird sehr couturig, es spielen zwar natürlich auch Leder und Schnallen wieder eine Rolle – aber auch neue Materialien wie Tüll, es wird sehr voluminös dieses Mal – nicht unbedingt die siche- re Nummer – aber sehr speziell diesmal, nicht nur ein Faden, eine Geschichte.


Wo holst du dir deine Inspiration?

Das ganze Leben hält viel für einen bereit – das ist das Glück, das ich hab. Ich bin noch nie vor einem weißen Blatt Papier gesessen, ohne dass mir was einfällt, es ist immer eine Art Fügung, die sich im Alltag ergibt, eine Freundin bringt etwas von einer Reise mit, das führt dann wieder zu einer Recherche, meistens sind es spontane Geistesblitze. Inspiration passiert einfach im Alltag.


Fehlt dir Wien? Wenn du da bist, hast du Lieblingsshops, in die du immer wieder mal reinschaust?

Wien fehlt mir sehr. Ich gehe sehr gerne in der Stadt spazieren. Ich gehe herum, schaue mir die Menschen an, die hier schon schicker sind als in Berlin. Ich mag den Stil der Leute, der schlicht, schön, gepflegt und klassisch ist. Shops, die ich ständig besuche, gibt es eigentlich nicht. Ich falle einfach irgendwo rein. Außer ein Halt beim Tuchlauben-Eis – der muss im Sommer immer sein.


Was liebst du an Berlin und welche Stadt würdest du gerne als nächste erobern?

Ich liebe an Berlin, dass es groß und anonym ist, dass dort gefühlsmäßig alles erlaubt ist und es andererseits wieder ein Dorf sein kann, wenn man sich im Grätzel bewegt. Es gibt so viele Inspirationsquellen. Es gibt per- fekt designte Straßen und um die Ecke sind sie wieder voller Graffiti. Die Diversität macht es so spannend. Aber auch die Schnelllebigkeit. Nichts bleibt gleich, das gibt mir ein gutes Tempo vor. Hier hat man den An- spruch mitzuhalten, in einer Stadt, die sich so schnell verändert. Außer in Wien und Berlin möchte ich unbedingt noch mal in Kalifornien leben. Ich hab auf Hawaii studiert, daher die Liebe zur Westküste. Wir haben jetzt auch eine Agentur in LA – ich mag den amerikanischen Markt und die Mentalität gerne, das passt gut zu uns. Also irgendwann werde ich mal in Amerika leben.


Die Fashion-Branche gilt als sehr hart, nur wenige schaffen den Durchbruch, was rätst du jungen Kolleginnen und Kollegen?

Hart ist es auf jeden Fall, aber das ist jeder Job, egal wofür man brennt und was man alleine stemmen muss. Was ich raten kann: Man darf keine Angst vor der Branche haben. Das Wichtigste ist, dass man, wenn man scheitert, wieder aufstehen muss. Man muss sich wie ein nasser Hund abschütteln und weitermachen. Wichtig ist, für sich ein Merkmal zu finden, woran man erkennbar ist.

WORDRAP

Mein Motto lautet: Das Glück begünstigt den, der gut vorbereitet ist

In zehn Jahren werde ich: nichts bereuen

Eine Sünde wert: Tuchlauben-Eis

Ich trage am liebsten: T-Shirts

Mein Vorbild: Alexander McQueen und meine Oma

Das habe ich immer im Kühlschrank: Cola light

Das geht gar nicht: Lügen