Inside Interview

Das Donau Zentrum auf dem Weg zur Nachhaltigkeit

Schonender Umgang mit Ressourcen und Fokus auf Nachhaltigkeit ist auch im Donau Zen- trum ein aktuelles Thema.Dabei geben die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen eine Orientierung. Das Donau Zentrum ist auf dem besten Weg, diese Ziele umzusetzen, wie Cen- ter Manager Zsolt Juhasz im Interview erklärt.

Herr Juhasz, das Donau Zentrum hat sich seiner gesellschaftlichen Ver- antwortung im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens verschrieben. Wie kann man sich das vorstellen?

Zsolt Juhasz: Hinter dem Donau Zentrum steht das Unternehmen Unibail-Ro- damco-Westfield. Dieses Unternehmen besitzt, entwickelt und betreibt Shop- ping Center weltweit – 12 Länder, 89 Shopping Centers, 1,2 Milliarden Besu- cher im Jahr! Das Unternehmen hat vor vielen Jahren schon realisiert, dass die Nachhaltigkeit entscheidend für unseren Erfolg ist. „Corporate Social Res- ponsibility“ oder kurz CSR steht im Mittelpunkt unserer Strategie und ist in al- len wichtigen Entscheidungsprozessen integriert. Wir suchen immer neue Wege, damit wir unseren ökologischen Fußabdruck verbessern und unsere sozialen Auswirkungen stärken können. Wir haben die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) als Teil unserer allgemeinen CSR-Strategie übernommen und mit unserer Tätigkeit leisten wir einen direk- ten Beitrag zu mindestens 10 von den 17 UN-Zielen der Agenda 2030.


Mit der Strategie „Better Places 2030“ haben Sie ein 3-Säulen-Modell entwickelt – worauf zielen diese drei Säulen ab?

Erstens die Reduktion der CO2-Emissionen über unsere gesamte Wertschöp- fungskette (Better Spaces). Zum Zweiten fungieren wir als Bindeglied für das Wachstum in den Gemeinden, in denen wir tätig sind (Better Communities). Und nicht zuletzt haben alle URW-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter jährliche individuelle CSR-Ziele in ihrer Tätigkeit berücksichtigt (Better Together).


Auch mit der Gemeinde bzw. dem Bezirk gibt es eine verstärkte Zusam- menarbeit?

Das ist richtig. Um die gemeinsamen Herausforderungen zu definieren, ha- ben wir die Workshops und die Gespräche zum Beispiel mit der Polizei, der Bezirksvorstehung und den NGOs geführt und wir haben auch ein Leitbild zu unserer Positionierung definiert: Das Donau Zentrum wird ein Ort der Inklusi- on werden, wo die Gemeinde zusammenarbeitet und Lösungen findet, um die Ziele der SDGs zu erreichen.


Welche Schwerpunkte verfolgen Sie dabei?

Bekämpfung der Armut, Verbesserung der Gesundheit und der Bildung von Kindern, Aufbau eines umweltfreundlichen und sicheren Umfelds. Wir bieten unser Center als Bühne für viele internationale Organisationen an. Im Okto- ber haben wir gemeinsam mit der UNO-City und der Stadt Wien eine Ausstel- lung über die SDGs (Sustainable Development Goals) und über die Ge- schichte der UN für unsere Kunden veranstaltet. Ich darf mich bei Herrn Nesirky für das sehr interessante und konstruktive Gespräch bei uns bedanken.


Welche Projekte wurden bereits umgesetzt?

Müllvermeidung bzw. Recycling ist für uns ein ganz wichtiger Punkt. Die orga- nischen Abfälle werden in unserer Biomüllanlage durch einen biochemischen Prozess für die Biogasanlage vorbereitet. Abgesehen von den operativen Vor- teilen haben wir eine Einsparung der Betriebsausgaben von 25 % bei dieser Fraktion und eine Reduktion des CO2-Fußabdrucks von ca. 14 Tonnen jähr- lich. Ein großartiges Beispiel ist auch unser Sozialmarkt. Wir haben, mit Unter- stützung von unseren Dienstleistern, den ersten und einzigen Sozialmarkt in einem Shopping Center in Europa gebaut. Im Samariterbund-Sozialmarkt können Menschen mit niedrigem Einkommen Dinge des täglichen Bedarfs kostengünstig kaufen. Diese Produkte werden nur teilweise gespendet, vieles kommt von unseren Mietern im Haus. Mit diesem Projekt haben wir 40 Ton- nen Lebensmittel gerettet und den Menschen mit niedrigem Einkommen zur Verfügung gestellt. Was ich mit diesen Beispielen aufzeigen will: Alle diese Projekte sind nachhaltig und leisten einen Beitrag zur Erreichung der Ziele der SDGs.


Was kann man sich zukünftig erwarten?

Uns fehlt es nicht an Ideen. Es gibt sehr viele Projekte, die wir im Hinterkopf haben. Wir arbeiten zum Beispiel mit dem Wiener Start-up Skoonu daran, Ein- weg-Verpackungen von Speisen durch Mehrweg-Lösungen zu ersetzen.